Spartentrennung im Service

Die DAIMLER AG stellt sich neu auf

Foto © Daimler AG

 

Die Hauptversammlung der DAIMLER AG hat beschlossen, die Bereiche Cars&Vans, Trucks&Busses und Mobility&Financial Services in separate Aktiengesellschaften auszugliedern.

Es ist davon auszugehen, dass zukünftig auch die Vertragsverhältnisse zwischen den MB-Partnern und dem Hersteller entsprechend der neuen Konzernstruktur geschlossen werden.

Dieser Sachverhalt und das Eigeninteresse der Mercedes-Benz-Autohäuser, den Servicebereich getrennt nach den Sparten PKW, Transporter und LKW auszuwerten, stellt uns vor die Frage, wie die Trennung dort erfolgen kann.

Vorab muss man wissen, dass es in der Abteilung Verkauf von jeher die Trennung zwischen  P/T/L gab. In der Abteilung Service wurde jedoch nur nach Pkw und Nutzfahrzeuge unterschieden. Unter Nutzfahrzeugen wurden Transporter und LKW zusammengefasst. Die spartengenaue Analyse des Servicebetriebes war dadurch nicht möglich und wurde zudem dadurch erschwert, dass Baureihen wie die V-Klasse bzw. der Vito, die X-Klasse oder der Citan konzernseitig zu der Sparte Transporter gehören, der Service im Autohaus aber immer mehr in der Verantwortung der PKW-Abteilung stand.

Um jetzt auch den Servicebereich in die Sparten P/T/L zu untergliedern, müssen im Vorfeld folgende Aspekte betrachtet werden:

Zum Service gehört das Ersatzteillager (Teile/Zubehör) und die Werkstatt (Lohn).

In der Werkstatt ist zu überlegen, wie die Zuordnung zu einer Sparte erfolgen soll.

Die Ableitung könnte z.B. anhand

  1. der Abteilung (Eingang PKW-Werkstatt oder LKW-Werkstatt)

  2. oder der Fahrzeugidentnummer des zu reparierenden Fahrzeugs erfolgen.

Bei Ansatz 1, bei dem die PKW-Werkstatt das Fahrzeug betreut, spielt es keine Rolle, was für ein Fahrzeug repariert wird. Wenn als Beispiel ein Transporter in der PKW-Werkstatt instandgesetzt wird, zählt dies dennoch zur PKW Werkstatt.

Im Fall von Ansatz 2 würde die gleiche Reparatur zur Sparte Transporter zählen, da das Fahrzeug zwar von der PKW-Werkstatt repariert, aber die Sparte vom Fahrzeug bzw. dessen Fahrzeugidentnummer abgeleitet wird.

Der Ansatz 1 entspricht mehr dem Gedanken einer Kostenstellenrechnung, Ansatz 2 eher dem Ansatz der Kostenträgerrechnung.

Wie die Lösung in der Praxis aussehen kann, hängt also davon ab, ob man sich für Ansatz 1, 2 oder sogar aus einer Kombination aus beiden entscheidet.

Vom Prinzip her können die Ansätze parallel implementiert werden. Allerdings ist beim späteren „Analysten“ dann das Bewusstsein und das Verständnis dafür notwendig, dass eine Spartenauswertung nach Kostenstellen andere Ergebnisse ausgibt als eine Spartenauswertung nach Kostenträgern.

Im SKR51 erfolgt die Spartentrennung übrigens über die Marke. Ob diese allerdings nach Ansatz 1 oder 2 zugesteuert wird, ist derzeit vom DMS-Anbieter abhängig.

Im Lager muss zwischen den Teilen unterschieden werden, die über die Werkstatt verbaut werden und welchen, die über die Theke gehen.

Im Fall der von der Werkstatt verbauten Teile sollte der gleichen Ableitungsmethode gefolgt werden, für die man sich auch in der Werkstatt entscheidet. Entweder Ansatz 1, 2 oder eine Kombination aus beiden.

An der Theke kommt es allerdings zu Verkäufen, die nicht an ein Fahrzeug gebunden sind. Die Zuordnung zu einer Sparte ist hier schwieriger und kann z.B. durch Ableitung

  1. des Standortes oder des Teileschalters

  2. als auch durch die Teilenummer oder einen Umlageschlüssel erfolgen.

Handelt es sich im Fall 1 z.B. um einen reinen PKW-Betrieb oder um einen separaten Teileschalter, an dem PKW-Kunden bedient werden, könnte die Sparte PKW fest zugeordnet werden.

Falls die Lösung 2 bevorzugt wird, müsste sich die Sparte aus der Teilenummer ergeben. Allerdings ist das nicht bei allen Teilen möglich, da welche für Fahrzeuge verschiedener Sparten verwendet werden können. Für diese nicht eindeutig zuzuordnenden Teile, könnte eine Umlage in Frage kommen.

Fazit: Das Thema der Spartentrennung im Service muss von vielen Seiten aus betrachtet werden. Neben den beschriebenen organisatorischen Vorgaben ist die Auswirkung auf die Ergebnisrechnung zu prüfen und festzulegen, bis zu welcher Ergebnisstufe eine Spartentrennung sinnvoll erscheint. Dies könnte auch tantiemewirksam sein! Um weiterhin die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Autohäusern herstellen zu können, ist eine einheitliche Regelung ratsam.

Wir bitten Sie, uns Ihre Meinungen und Anmerkungen mitzuteilen und erhoffen uns einen regen Austausch zu diesem Thema.

 

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